Margit Brugger Djarmania

 

Português em baixo 

“Erzähle nicht zu viele Geschichten über dich, sonst halten sie dich am Ende gefangen” hat ein Yogalehrer einmal gesagt. Tatsächlich merke ich, dass nichts von dem was ich bis jetzt gelernt und getan, gesehen und erlebt habe, mich wirklich definiert. Ich bin dieser Ausdruck des Lebens, der heute so und morgen anders ist, denkt und fühlt, auch wenn die Essenz immer gleich bleibt.

Meine Suche nach dem Heiligen, nach dieser Verbindung zu dem Grossen Ganzen, hat sehr früh begonnen, und wahrscheinlich noch viel früher als ich mir vorstellen kann. Ich bin viele Wege gegangen, und doch immer meinen eigenen, der sich manchmal nach Umweg anfühlte, dann wieder nach Abkürzung, mal nach Stagnation, dann wieder nach Fliegen.

Es macht mir Spass, meine Politikwissenschaftsstudien und den Master in Internationalen Beziehungen mit meiner spirituellen Weltanschauung zu verbinden. Immer mehr erkenne ich mich selbst als Frau an, studiere an mir und meinem Umfeld, was denn nun dieses Weibliche ist, nach dem wir uns so sehnen, dessen Ruf wir immer lauter in uns spüren. Was tut sich mir damit für eine neue, bunte, magische, schöne Welt auf!

“Erbe” spielt für mich gerade eine grosse Rolle. Ich bin stolz, Erbin meiner VorfahrInnen zu sein, die Verantwortung für dieses Erbe zu übernehmen und es respektvoll weiterzutragen. In diesem Sinne ehre ich zutiefst die vier Kulturen, die ich in mir trage, diese vier Familien, denen ich angehöre: zunächst meine Südtiroler Wurzeln, die mich in meinem Ursprung ausmachen und die ich immer mehr lerne zu lieben und zu ehren. Dann die Familie des Fogo Sagrado de Itzachilatlan, eine Tradition der amerikanischen Ureinwohner, in der ich seit 2007 gehe, und als Pfeifenträgerin, Temazcaleira (Schwitzhüttenleiterin), Temazcaleira der Mondinund Ratsmitglied anerkannt bin und die mich unglaublich viel über das Leben als solches lehrt. Genauso wie meine spirituelle Familie der Guarani Indios von Yynn Moroti Wherá in Brasilien, deren damals 98-jähriger spirituelle Anführer mich in einer traditionellen Zeremonie vor dem Feuer auf den Namen Takuá Yvy Djú Mirim getauft hat. Und schliesslich die leuchtende Tradition des Kundalini Yoga, in der ich inzwischen zur Lehrerin ausgebildet bin, die mit unglaublicher Liebe und Kraft kommt, um uns zu helfen, unser Potential zu leben.

Mit allem was ich bin und habe, dem Leben und den Menschen zu dienen und mich zur Verfügung zu stellen, gibt meinem Leben Qualität, Sinn und Freude. Mit alldem bei mir selbst anzufangen, bei meinen Beziehungen und meinen zwei Kindern, ist oft eine Herausforderung – die Früchte allerdings sind süss, saftig und nährend.

Nasci e cresci no Tirol do Sul, nos Alpes da Itália. Cedo me interessei pelas pessoas e as suas interações e as repercussões delas para o mundo. Estudei Ciências Políticas na Itália e na Espanha e vim fazer mestrado em Direito das Relações Internacionais no Brasil. Logo descobri que havia algo mais profundo que me chamou para este país, entrando em contato com o Fogo Sagrado de Itzachilatlan – uma tradição do caminho vermelho, na qual eu caminho faz 10 anos. Ainda trabalho nas relações internacionais, agora, em coerência com o meu coração – acompanhei pessoas de medicina do Brasil para a Itália, o que deu lindos frutos, e atualmente estou organizando e traduzindo o terceiro grupo de apoio a distância do uso das Yoni Eggs. Conduzo círculos e rituais na Itália e no Brasil e dou aula de Kundalini Yoga – mais um legado milenar que vem com muita amorosidade e força para nos ajudar a viver o nosso potencial na terra.