Mein 1. Kontakt mit Chanupa

Este é um resumo da sua primeira publicação.

Den ersten (physischen) Kontakt mit einer Chanupa hatte ich im Mai 2007, im Gebetshaus, das bei Urkupimi Pedra Rosa im Garten steht.

Kurz zuvor war ich auf diese Medizinfrau aufmerksam gemacht worden (http://pedrarosa.blogspot.com.br/). Ich erinnere mich sehr gut daran, wie ich mich zu dem “schamanischen Workshop” angemeldet habe, nachdem ich Pedras damalige Homepage praktisch in mich aufgesogen hatte. Von Quantenphysik war da die Rede und vom Weg der amerikanischen Ureinwohner. Mein Herz war sehr unruhig und flatternd, etwas in mir wusste, dass ich schon sehr lange auf diese Gelegenheit gewartet hatte.
Beginn des Workshops, der ein Wochenende lang dauern würde, war für Samstag um 9.00 Uhr angesagt. Wie es sich gehört, war ich um 8.55 zur Stelle – vor einem verschlossenen Tor. Unsicherheit machte sich in mir breit, war das der richtige Tag? Ich beschloss, zu warten. Smartphones, um noch schnell das Datum zu checken, gab es damals nicht.

Nach einiger Zeit wurde das Tor geöffnet, heute weiß ich, dass Pedra mit Mond und Sternen wandert, wie sie selbst sagt, weiß sie die meiste Zeit selbst nicht, welchen Tag wir haben, geschweige denn, welche Stunde.
Auf jeden Fall begann der Workshop mit einer Pfeifenrunde – roda de Chanupa. Ich war sehr beeindruckt, als Pedra die Pfeife aus ihrem Lederbeutel holte und sich umständlich daran machte, sie zu putzen. “Warum hat sie das nicht vorher gemacht?” habe ich mich gefragt…

Sie aber nutzte die Zeit um, wie sie mir viel später erklärte, gleichzeitig auch unsere Köpfe “zu putzen”. Und uns außerdem über die Pfeife zu erzählen, so wie auch ich es heute mache.

Als also die Pfeife nach allen Regeln der Kunst geputzt, gestopft und gesegnet worden war, fragte Pedra ob jemand von den Frauen ihre Monatsblutung habe. Das traf auf mich zu und ich hob die Hand. “Dann darfst du die Pfeife nicht anfassen.” Wie bitte??!! Ich war geschockt. Fühlte Enttäuschung in mir aufsteigen, Wut, Unglauben, ich weiß noch, dass ich kurz daran dachte, aufzustehen und zu gehen. Ich fühlte mich irgendwie wie ein Kind, dem man einen lange ersehnten Lutscher versprochen hatte, um ihn dann kurz vor dem in den Mund stecken, zu beschlagnahmen.

Pedra machte sich inzwischen daran, mir, wie mir damals schien, fadenscheinige Erklärungen zu liefern, warum eine Frau in ihrer Mondzeit die Pfeife in dieser Tradition nicht betet. Gleichzeitig kramte sie wieder in ihrer Tasche herum und brachte ein Maisblatt zu Tage. “Für die Frauen in der Mondzeit gibt es einen Frauentabak”, erklärte sie mir. Irgendetwas in mir bewegte sich. Ok, mit einem Ersatzzuckerle gab sich mein Kopf zufrieden. Es war dann wirklich wunderschön, wie diese Zigarre in einem Maisblatt gewickelt wurde, mit vielen Gebeten versehen, die für mich bis heute sehr viel Sinn ergeben. Ich kann heute sagen, dass ich an jenem Morgen im Gebetshaus zum ersten Mal bewusst und auf eine positive Weise mit meinem Frau Sein in Kontakt getreten bin. Seitdem ist wirklich sehr viel passiert und doch fühle ich mich eigentlich immer noch als Anfängerin.

Urkupimi Pedra Rosa wurde zu meiner Patin auf dem roten Weg, 8 Jahre lang habe ich sie bei ihrer Arbeit intensiv begleitet und unglaublich viel von ihr gelernt. Zwei Mal habe ich sie nach Südtirol begleitet, wo sie Zeremonien und Workshops leitete, einmal habe ich Leute aus Südtirol nach Brasilien geholt, damit sie von ihr lernen konnten. Inzwischen gehe ich meinen eigenen Weg, in Liebe, Freiheit und gegenseitigem Respekt sind wir immer verbunden.

Was die Chanupa angeht, durfte ich sie bald darauf doch noch beten, und seitdem unzählige Male, in verschiedenen Runden. Bis ich 2010 bei meiner ersten 9-tägigen Visionssuche meine eigene Chanupa bekommen habe, die ich seitdem regelmäßig und mit unsagbarer Dankbarkeit und Begeisterung die Runde machen lasse.

Dieser Blog ist in gewisser Weise eine Hommage an dieses wunderbare Instrument und vor allem an unsere Vorfahren, die es uns in dieser schönen und heiligen Weise erhalten und überlassen haben.
Mitakuye Oyasin – für alle meine Beziehungen.

Prämenstruelles Syndrom – PMS oder Puttega, Mir Stinkt’s

Este é um resumo da sua primeira publicação.

Noch vor etwas mehr als einer Woche war ich so super gut drauf, dass ich dachte, jetzt nach meinen 13 Tagen Visionssuche, wird das zur Regel. Heute könnte ich, wäre mir danach, zutiefst darüber lachen. Wie oft schon in meinem Leben hatte ich diesen Gedanken. Ah, jetzt, wo ich das und das gemacht habe, hat’s mich erleuchtet, und ich brauche nie wieder durch das dunkle Tal der Tränen… Hahahahahaha

Gerade herrscht in mir Gefühlschaos. Wie ich hier vor dem Computer sitze, würde ich am liebsten weinen, in Brust und Gebärmutter zieht’s, mir ist nach gar nichts zumute, ich bin ungeduldig und gereizt mit meiner Familie.

Gestern habe ich, nach Monaten des nicht Benutzens, wieder mal meinen Kalender der Mondin herausgeholt. Das ist kein Mondkalender, wo drin steht, wann ich meine Blumen gießen sollte (daran konnte ich mich nie halten – meine Blumen sagen mir einfach, wann sie Wasser brauchen…). Es ist vielmehr ein Büchlein, in das ich mich selbst eintrage. Ich nehme mir einmal am Tag kurz Zeit (uff, welche Herausforderung!!), und mache einen Check. Einen Ansatz gibt z. B. das “Tagebuch der Mondin Mein Blut” vom Mondinnentempel LikanRay Ilalo in Ecuador unter der Leitung der Medizinfrau Mama Andrea Herrera Atekokolli (www.diariolunarmisangre.com): Wie fühlt sich mein Körper heute an: Wie sieht es mit meinem Energielevel heute aus? Fühle ich mich kräftig oder nicht? Lustlos? Oder will ich die Welt erobern? Wie ist meine Gesundheit – schmerzt etwas? Ich habe ein Gefühl von… Wo? Meine sexuelle Energie ist: latent, verlangt nach Befriedigung, anwesend aber ohne Dringlichkeit, indifferent, ich lehne sie ab..
Wie setze ich mich heute in Beziehung: Wie ist mein Laune, mit welchem Geisteszustand bin ich heute aufgewacht? Ich fühle mich wie… Auf andere habe ich heute wie reagiert…
Wie ist heute mein Geist: Äußerer Ausdruck – Intensität des Schöpfens, Aktivitäten, die ich heute mit Inspiration gemacht habe. Meine Fähigkeit zu organisieren, aufmerksam zu sein, mich zu konzentrieren. Wie habe ich mich heute angezogen. Meine Fähigkeit, Situationen zu begegnen…
Innerer Ausdruck: Heute habe ich gemerkt, dass… Meine Visionen… Plötzlich verstehe ich, dass… Intuitive Gedanken.
Meine Träume: Als ich heute aufgewacht bin, habe ich geträumt… Wir beobachten die Farben, Wiederholungen, den Zeitraum des Traumes, ob zu Beginn der Nacht oder am Morgen.

Also habe ich den Kalender herausgeholt und mich eingetragen… Der Rat wäre, das gestalterisch zu tun, Symbole können unser mystisches und geheimnisvolles weibliches Wesen oft besser zum Ausdruck bringen, als Worte, die Schrift. Nun, so weit bin ich gerade nicht, also tun es Worte. Und es ist unglaublich.. Mich auf diese Weise zu beobachten und das Beobachtete festzuhalten, hat mir sofortige Linderung gebracht. Was mir nämlich, wieder mal, am meisten Schmerzen bereitet, ist der innere Kampf. Wo eine Diktatur des Geistes herrscht, die sagt – du musst jetzt produzieren. Du bist gerade nutzlos. Faul. Unsympathisch und unumgänglich. Ich gegen mich selbst, das schmerzt wirklich ungemein.

Doch dann sehe ich den Kalender. Und ich führe mir vor Augen, dass die Mondin beim Abnehmen ist, d. h. in diesen Tagen kann ich in Begleitung der Frage sein – was will ich loslassen? Gleichzeitig wird mir bildlich bewusst, dass ich an einem ganz speziellen Punkt meines Zyklus bin, der mich unterstützt: das PMS – Puttega, mir stinkt’s. Diese hormonell gesteuerte Zeit unseres Zyklus, wo innerlich klar ist, dass die Eizelle nicht befruchtet wurde, also sich in uns alles darauf vorbereitet, auszuscheiden, loszulassen. Aber noch ist es nicht so weit, die Erlösung durch das Blut lässt noch auf sich warten. Es ist unendlich wertvoll für mich, diese Zeit bewusst zu erleben. Sehr schön, ist es für mich, überhaupt einen Kalender zur Hand zu haben, der mich sozusagen als Frau legitimiert, der mich daran erinnert, dass ich nicht alleine so bin, dass sich alles konstant verändert in mir, dass wir Frauen zyklisch sind und dass genau das unser Sein ausmacht – eben genau so wie das der Mondin – die sich uns in jeder Nacht auf eine andere Weise zeigt, und trotzdem in ihrem Zyklus eine Konstanz hat.

Ich bin den Frauen, die auf der ganzen Welt solche Kalender mit sehr viel Liebe und Herzblut für uns Schwestern ausarbeiten, unendlich dankbar. In diesem Moment meines PMS spüre ich seine Kraft. Durch den Kalender mache ich es für mich sichtbar und bringe es so ins Licht, damit ich es für mich bewusst nutzen kann. Was während des restlichen Monats im Argen liegt, ich aber gekonnt unter den Teppich meines Unterbewusstseins verschwinden lasse, hat während des PMS keine Chance, verborgen zu bleiben. Wie eine Naturgewalt schiebt es sich an die Oberfläche und zeigt sich in Irritation, Frustration, Verzweiflung, Trauer.

Jetzt, wo ich mich mit Hilfe meines Kalenders wieder daran erinnert habe, dass das jetzt ansteht, gönne ich mir Ruhe. Ich schaffe mir, so gut es geht, meinen Raum der Stille und betrachte. Ich weiss, in diesem Moment brauche ich nichts zu ändern, aber zu betrachten, zuzulassen, anzunehmen, das wird mir guttun. In einem anderen Moment meines Zyklus und der Mondphase werde ich die Kraft, den Impuls und die Freude haben, zu ändern, was zu ändern ist. Darauf will ich vertrauen und so im Einklang sein, mit mir selbst und mit der gesamten Schöpfung.

Anmerkung: als ich auf Deutsch zum ersten Mal das Wort “Mondin” hörte, fand ich es gekünstelt und eigentlich unnütz. Doch in meinen Gebeten und meiner sich vertiefenden Beziehung zur wunderbaren Großmutter Mondin, nehme ich sie für mich so als eindeutig weiblich wahr, dass ich sehr dankbar für dieses Wort geworden bin.

Aha Mitakuye Oyasin – für alle meine Beziehungen